Stephan Aumann
Stephan Aumann, Geschäftsführer KonvOY
© Paul Metzdorf / Kopfkunst
17.12.2020
Interview

„Unser Anspruch? Ein Projekt mit Strahlkraft!“

Was hat den gebürtigen Bremer Stephan Aumann nach Münster gelockt? Es waren vor allem die anspruchsvollen münstertypischen Ansätze bei der Stadtentwicklung. Der Geschäftsführer der KonvOY GmbH berichtet, was ihn an seiner neuen Aufgabe, die ehemalige York-Kaserne mit neuem Leben zu füllen, so fasziniert:

Wann haben Sie zum ersten Mal von den Plänen rund um die ehemalige York-Kaserne gehört - und was war Ihr erster spontaner Gedanke dazu?

Als Gremmendorfer fühlte ich mich natürlich direkt angesprochen, als die Bürger zum Auftakt der Planungen aufgerufen waren, sich Gedanken zur zukünftigen Nutzung der Kaserne zu machen. Aber das Projekt hat mich nicht nur interessiert, weil die Kaserne in direkter Nachbarschaft lag, sondern weil es einfach eine unglaublich spannende Aufgabe ist, eine neue Lebensqualität auf diesem Areal mit seiner nicht immer friedvollen Vergangenheit zu schaffen. Mein erster Gedanke? Wie viel dieser Ort bietet!

Jetzt sind Sie seit Juli 2019 Geschäftsführer der städtischen Entwicklungsgesellschaft KonvOY und managen zwei echte städtebauliche Schwergewichte. Wie viele Mails laufen täglich in ihrem Postfach ein?

Es sind viele! Aber je mehr, desto besser. Denn jede neue Mail ist vielleicht auch eine neue Idee. Und ich habe ja ein engagiertes Team, das mir beim Abarbeiten hilft.

Was war der Ausschlag gebende Punkt zu sagen: „Ja, diese Herausforderung nehme ich an“?

Münster gehört zu den Top-3-Städten in NRW, was Nachfrage und Dynamik auf dem Flächenmarkt anbelangt. Das Besondere hier ist der hohe Anspruch bei der Stadtentwicklung. Ein inspirierender Gesprächspartner war vor allem Stadtbaurat Robin Denstorff, der immer wieder betont, wie wichtig es ist, bei der Entwicklung der Quartiere die besten Qualitäten umzusetzen. Ich finde: Das sieht man Münster deutlich an - und ich möchte gern meinen ganz persönlichen Beitrag leisten, dass auch das York-Quartier am Ende ein zukunftsweisendes urbanes Projekt mit Strahlkraft ist, auf das wir stolz sein können.

Panzerhallen York Quartier Münster
© R. Borgmann / KonvOY

Allein ist das nicht zu stemmen. Welche Akteure sitzen mit im Boot?

Im Zentrum steht unser KonvOY-Team mit insgesamt fünf Mitarbeitern. Der Aufsichtsrat, in dem Vertreter aller Fraktionen sitzen, begleitet die Umsetzung. Zum Glück stoßen die Konversionsprojekte auf eine große überparteiliche Zustimmung, vom Aufsichtsratsvorsitzenden Otto Reiners als Grünen-Ratsherr bis hin zu unserem christdemokratischen Oberbürgermeister Markus Lewe. Darüber hinaus sind aber natürlich noch zahlreiche andere Protagonisten eingebunden, allen voran die Fachverwaltung bei der Stadt Münster, die die münstertypischen Lösungen mitbringt. Die Prozesssteuerung liegt bei den Profis des Entwicklungsmanagements Drees & Sommer, die Bausteuerung bei dem privaten Dienstleister NRW.URBAN. Dann sind da noch unsere Münsteraner Unternehmen wie die Stadtwerke, die das Leitungsnetz entwickeln, sowie die Wohn+Stadtbau GmbH, die in beiden Quartieren großformatige Teilquartiere realisiert, mit 570 Wohneinheiten auf Oxford und 780 auf York. Und nicht zuletzt zählen wir auf die Bürgerschaft, die schon beim ersten Masterplan ein gewichtiges Wort mitzureden hatte und auch in Zukunft gefragt sein wird.

Stichwort Bürgerbeteiligung: Dialog und Partizipation stehen bei KonvOY ganz weit oben. Welche Formate sind bereits gelaufen - und was kommt noch in Zukunft?

Die Bürger waren bei der Entwicklung des Geländes von Anfang an eingebunden. Ihre in den Bürger-Workshops erarbeiteten Ideen sind in den Perspektivplan der Stadt eingeflossen, und auch bei der anschließenden Auswahl der Wettbewerbsentwürfe hatte die Bürgerschaft Mitspracherecht. In Zukunft wird es weitere Möglichkeiten geben, bei der Detailplanung mitzuwirken. Das betrifft zum Beispiel das Bürgerhaus im ehemaligen Casino. Auch die Anregung der Jugend vor Ort, einen Dirt-Bike-Parcours im Landschaftspark zu schaffen, haben wir gern aufgegriffen. Besonders groß war das Interesse an den Rundgängen. Deshalb werden wir die als dauerhaftes, regelmäßiges Angebot jetzt wieder aufnehmen. Und natürlich werden wir dem großen Informationsbedürfnis nachkommen, indem wir über Plattformen wie unsere Website oder dieses Magazin regelmäßig berichten, was sich aktuell auf dem Areal tut.

Interview Stephan Aumann KonvOY

Welches ist schon jetzt Ihr Lieblingsort im York-Quartier?

Es ist überwältigend, wie viel dieses Areal bietet! Je länger man sich auf den Flächen aufhält, desto mehr Details fallen einem auf. An jeder Ecke poppt eine neue Idee auf, was man hier realisieren könnte. Ich persönlich bin ein großer Fan der denkmalgeschützten Panzerhallen und würde mich sehr freuen, wenn es gelingt, sie zu erhalten. Unten Raum für kreatives Arbeiten — oben eine exklusive Loft-Wohnung, das wäre meine Traumvorstellung für dieses ungewöhnliche Objekt!

Erste vorbereitende Arbeiten wie Kampfmittelsuche und Abrisstätigkeiten sind schon angelaufen. Wann starten Hochbau und Sanierungsarbeiten?

Jetzt! Die Wohn+Stadtbau GmbH legt im nördlichen Teil, dem “Gartenwohnen”, im Oktober los. Die ersten Bewohner sollen dort schon Mitte 2022 einziehen.

Und auf welches persönliche Highlight freuen Sie sich am meisten, wenn das Quartier in einigen Jahren vollständig mit Leben erfüllt sein wird?

Ich freue mich darauf, zum ersten Mal über den York-Platz als neue Mitte Gremmendorfs zu gehen. Wenn sich die Menschen um mich herum dann nicht mehr vorstellen können, wie es hier früher war, weil es nach der Realisierung unserer Ideen so aussieht, als sei es schon immer so gewesen - dann habe ich als Stadtplaner alles richtig gemacht!

Neben der KonvOY GmbH sind noch viele weitere Akteure bei der Gestaltung des York-Quartiers beteiligt.
Finden Sie hier heraus wer noch am Projekt mitarbeitet.

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