Drei Fragen an Claudia Carl
Der Yorkshire-Platz wird durch die KonvOY parallel mit dem Hochbauprojekt der Landmarken AG gebaut und den Abschluss des Gesamtprojektes bilden. Die Architektin Claudia Carl begleitet als Projektleiterin York-Quartier das Vorhaben.
Wozu brauchen wir öffentliche Plätze?
Stadt- oder Quartiersplätze sind nicht nur physische Räume, sondern essenzielle Elemente der urbanen Infrastruktur, die soziale Interaktion fördern und verschiedene funktionale Aspekte des Stadtlebens integrieren. Ein solcher Platz ist meistens mit seiner Umgebung und Geschichte verwoben. Er trägt zur kulturellen Identität eines Stadtteils bei und kann als Bühne für kulturelle Veranstaltungen, Märkte oder Feste dienen, die wiederum zur Lebensqualität beitragen und eine lebendige Gemeinschaft fördern. Ein ganz berühmter gelungener Stadtplatz ist der Platz der Republik in Paris, aber auch der Domplatz in Münster ist ein gutes Beispiel.
Welche Rolle wird der Yorkshire-Platz im Zentrum Gremmendorf einnehmen?
Gremmendorf verfügt bislang über keinen Stadtteilplatz. Der Yorkshire- Platz wird diese wichtige Funktion übernehmen. In Kombination mit der Gremmendorfer Meile wird er als Mittelpunkt Gremmendorfs vielfältige Nutzungsmöglichkeiten bieten. Über einheitlich gepflasterte Wegeverbindungen vom Landschaftspark über den Boulevard bis auf den Stadtteilplatz ist der Platz mit dem Quartier verbunden. Der Übergang zur Ortsmitte Gremmendorf erfolgt über das zentrale Entwurfselement einer runden Grüninsel in Kombination mit den beiden neuen Fußgängerquerungen. Diese werden dazu beitragen, die bisherige Trennwirkung der Straße zu minimieren und Alt und Neu zusammenwachsen zu lassen.
Worauf können sich die Besucher:innen freuen?
Der Yorkshire-Platz wird so gestaltet werden, dass ausreichend Fläche für Stadtteilfeste, Wochenmärkte und die alltäglichen Wegebeziehungen sowie Außengastronomie zur Verfügung stehen. Wichtig ist, dass es ein ausgewogenes Verhältnis von Pflasterund Grünflächen gibt, da letztere maßgeblich zur Verbesserung des Mikroklimas beitragen. Dezentrale Retentionsflächen, in denen sich Regenwasser sammeln und verdunsten kann, sind ebenso vorgesehen, wie eingestreute Großbäume, die unter dem Motto „Eichenvielfalt“ eine bunte Ergänzung zu dem alten Eichenbestand der Kaserne darstellen und der Platzfläche Schatten spenden. Natürlich sind auch verschiedene Aufenthalts- und Spielflächen vorgesehen. Typische Besuche können so aussehen: Teenager und Studierende vereinbaren den Platz als Treffpunkt für weitere Aktivitäten. Kolleginnen und Kollegen verbringen ihre Mittagspause auf einer Bank und genießen das gute Wetter. Eltern sitzen am Nachmittag bei einem Kaffee zusammen und sehen ihren Kindern beim Spielen zu.