Quartierskiste
Vinzenz Heidrich, Wohn+Stadtbau, Quartiersmanager York, und Stefanie Heeke, Projektleiterin Smart Waste bei den awm, zeigen die „QuartiersKiste“ im York-Quartier.
19.01.2026
Kooperationen

Smarte Ideen für weniger Abfall

Künstliche Intelligenz (KI) revolutioniert unser Leben beinahe täglich – jetzt sogar bei der Abfalltrennung und -vermeidung. Zwei Pilotprojekte der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (awm) bereiten den Weg für das ambitionierte Ziel, Münster bis 2030 in eine Stadt ohne Abfälle zu verwandeln. 

„Unsere Vision 2030, zu einer Hauptstadt der Abfallvermeidung zu werden, besteht aus zwei Zielen: Das eine ist die sortenreine Trennung für eine optimale Verwertung und damit ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft“, erklärt Manuela Feldkamp-Bode, Unternehmenssprecherin der awm. „Das andere setzt einen Schritt früher an: Abfälle sollen gar nicht erst entstehen.“ Für beide Ziele testen die awm mit den Smart-City-Modellprojekten „QuartiersKiste“ und „KI-Störstofferkennung“ zwei innovative Lösungsansätze. Die QuartiersKiste ist eine smarte Leih-, Verschenk- und Tauschbörse, die Mitte Dezember 2025 in Nähe der Gemeinschaftsräume am Surreyweg 5 aufgestellt wurde und als zentrale Anlaufstelle für den Verleih und Austausch von Alltagsgegenständen geplant ist.
 

Gemeinschaftsnutzung vermeidet Abfall 
Bevor die QuartiersKiste im Frühjahr offiziell eingeweiht wird, ist jetzt die Testphase gestartet. „Dafür suchen wir ab sofort Menschen aus dem York-Quartier, die uns Feedback zur Funktionalität der QuartiersKiste und der damit verbundenen App geben. Über die App können Gegenstände auch reserviert werden“, so Feldkamp-Bode. In der Testphase ist die Ausleihe von Akku-Schrauber und Co kostenfrei. Als Tester:in anmelden kann man sich auf der Projektseite anmelden. Dort gibt es alle weiteren Infos, auch die Leihgegenstände werden dort vorgestellt. Neben dem Leihsystem wird es im zweiten Schritt auch ein Tausch- und Verschenk-Angebot für die Nutzer:innen geben.

Manuela Feldkamp-Bode
Manuela Feldkamp-Bode ist Leiterin der Unternehmenskommunikation und Unternehmenssprecherin der awm.
Müllsammelfahrzeug
Die smarte Abfallwirtschaft ist ein weiteres wichtiges Puzzleteil für einen modernen, nachhaltigen Umgang mit Ressourcen im York-Quartier.

KI verbessert Bioabfallqualität 
Im zweiten Projekt geht es um den Einsatz künstlicher Intelligenz bei der Trennung von Abfällen. Beim Entleeren der Biotonne erstellt eine im smarten Abfahrsammelfahrzeug installierte Kamera ein Bild, das von einer KI analysiert wird. So kann der Anteil und die Art der Störstoffe im Bioabfall erfasst werden. Warum sind Störstoffe ein Problem? Biologisch abbaubare Abfälle wie Obst- und Gemüseschalen werden komplett zu nährstoffreicher Komposterde umgewandelt. Vorausgesetzt, die Abfälle sind nicht verunreinigt. „Unsere Verwertungsanlagen können grobe Störstoffe aussortieren“, erklärt Feldkamp-Bode, „aber bei kleinsten Plastikpartikeln wird es schwierig.“ Wenn am Ende etwa der Plastikanteil im Kompost zu hoch ist, kann dieser nicht zur Bodenverbesserung genutzt werden, sondern muss entsorgt werden und geht dem Kreislauf verloren. 
 

Störstoffen die rote Karte zeigen 
Die awm schicken Biokontrolleur:innen los, um die Tonnen vor der Abfuhr auf Störstoffe wie Plastiktüten, Glas, Metall oder Windeln zu prüfen. Bei einer geringen Quote von nicht-biologisch abbaubarem Material verteilen sie eine gelbe Erklärkarte: Die Tonne wird geleert, es wird aber auf die Störstoffe hingewiesen. Ist der Anteil zu hoch, gibt es Rot. Die Bürger:innen können dann nachsortieren oder eine kostenpflichtige Leerung beantragen. Der Inhalt der Biotonne wird dann aufgrund der Störstoffe als Restabfall entsorgt. 
 

Durch die smarten Bioabfallsammelfahrzeuge wird die Arbeit effektiver, denn die awm erhalten so eine digitale Übersichtskarte der Quartiere, auf denen die Biotonnen je nach Grad ihrer Verunreinigung als grüne, gelbe oder rote Punkte angezeigt werden. Die Kontrolleur:innen können jetzt gezielt in die gelben und roten Bereiche geschickt werden. Übrigens: Auch der Inhalt der Bio-Unterflurcontainer im York-Quartier wird „unter die Lupe“ genommen. Da das mit der KI ausgestattete Abfallsammelfahrzeug diese Behälter nicht leeren kann, prüfen hier die awm in Zusammenarbeit mit den Hausverwaltungen den Inhalt. 


Die „Quartierskiste“ und „KI-Störstofferkennung“ werden als Smart-City-Fokusprojekt „Abfall-freie Quartiere“ vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) mit 1,5 Millionen Euro gefördert. Das Förderprogramm läuft noch bis Juni 2027. Ob die Modellprojekte auf Münster ausgeweitet werden, entscheidet sich nach der Evaluation. 

So können Sie mitmachen

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Zur Webseite der awm

 

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