Boulevard
Vom Amber-Baum über die Thüringische Mehlbeere bis zum Zier-Apfel wird eine bunte Mischung aus klimaresistenten Zukunftsbäumen dem Quartier das ganze Jahr über farbliche Highlights verleihen und Nahrung für die Tierwelt bieten.
07.06.2024
Baufortschritt

Frisch aus der Baumschule

Blüten, Bäume und Wiesen wohin der Blick auch fällt: Das wahrscheinlich prägendste Element des York-Quartiers werden seine einladenden Grünflächen, in denen die Bewohner:innen ganz Gremmendorfs ein Naherholungsgebiet vor der eigenen Haustür finden. Im März wurden die ersten neuen Bäume gepflanzt. Die Fäden für die Planung der Parks und grünen Oasen laufen bei Landschaftsarchitekt Bernd Filies vom Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit der Stadt Münster zusammen. Bei einem Spaziergang durchs Quartier berichtet er von der vorhandenen und entstehenden Pflanzenwelt und ihrem Zusammenspiel mit Wohnbereich und Straßenraum.

„Freiraumplanerisch passiert hier ab Sommer einiges“, verrät Bernd Filies. „Nachdem wir die vergangenen Jahre fast ausschließlich Erschließungsmaßnahmen, Tief- und Hochbau gesehen haben, starten wir jetzt endlich auch mit den Nebenanlagen.“ Und das gleich an mehreren Stellen, denn Grünflächen ziehen sich durch das ganze Quartier: Im Norden am Boulevard, der entlang des bereits bewohnten Teilquartiers Gartenwohnen verläuft, südöstlich davon geht es weiter durch den Kasinopark, in dem gerade die Grundschule gebaut wird und dessen Eichenbewuchs ein Vorgeschmack auf den Eichenhain ist. Dieser führt schließlich an den Panzerhallen vorbei in den weitläufigen Landschaftspark im Westen des Quartiers. Landschaftspark und Boulevard wiederum sind dann über eine sogenannte Umweltspur, also eine Straße, die nur für Fahrräder und Busse befahrbar ist, verbunden.

Karte
Einmal durchs Quartier im Grünen: Durch die bestehenden und neu angelegten Grünflächen kann man bald eine komplette Runde durchs Quartier unter Bäumen drehen.
Baumlieferungen
Bei der Anlieferung der 64 neuen Bäume ist der Wurzelbereich in ein Ballentuch gewickelt. So sind die jungen Bäume während des Transports von der Baumschule zu ihrem neuen Pflanzort optimal mit Wasser und Nährstoffen versorgt.

 


Die Bäume des Quartiers

 
Baumbestand ca. 700
Neupflanzungen  ca. 560

„Wir stehen hier gerade an einer Fläche, die so aussieht, als würde sie ein extrem großer Verkehrsraum werden.“ Filies zeigt auf die Baustelle am nördlichen Boulevard. „Aber wenn man den Plan betrachtet, ist das gar nicht so: Die eigentliche Straße wird als Einbahnstraßensystem deutlich schmaler. Dazwischen befinden sich PKW-Stellplätze und eine Mobilstation, aufgelockert durch Baumscheiben. Und der größte Teil wird der Boulevard, ein Freiraum mit Aufenthaltsqualität.“ Filies rollt einen großen, bunten Plan aus. Darauf ist ein Weg mit unzähligen farbigen Punkten eingezeichnet. Jede Farbe steht für eine Baumart, die neu gepflanzt wird. „Unter den Bäumen kann man später den Boulevard entlang flanieren, zwischendurch gibt es Sitzbänke und Spielgeräte.“

Aktuell ragen an den Baumscheiben noch kokosummantelte, gelbe Rohre aus der Erde. „Das sind Drainagerohre, über die der Wurzelraum bewässert und belüftet wird,“ erklärt Filies. Durch den Druck des Straßenraums verdichtet sich der Boden und es wird schwieriger für die Bäume, genügend Sauerstoff zu bekommen. Hergerichtet wird das riesige Beet vom Hoch- und Tiefbauamt nach Vorgaben des Grünflächenamtes: Jeder Baum erhält ca. zwölf Kubikmeter Bodensubstrat, um den Wurzeln im Straßenraum ausreichend Durchwurzelungsmöglichkeiten zu bieten. 

Insgesamt sind Bäume, die im Straßenraum leben, sehr viel mehr Stress ausgesetzt als beispielsweise die Eichen im verkehrsfreien Kasinopark. „Die Baumarten für den Boulevard müssen aber nicht nur stadtklimaresistent sein, das heißt z. B. mit viel Salz im Winter klarkommen. Sie müssen auch insgesamt klimaresistent sein – also extreme Trockenheit genauso aushalten wie Starkregenereignisse,.“ Bei der Auswahl der sogenannten Zukunftsbäume setzt das Grünflächenamt außerdem auf eine große Vielfalt. Das sorgt einerseits dafür, dass von der beispielsweise früh blühenden Felsenbirne bis zum leuchtenden Herbstrot des Amberbaums fast das ganze Jahr über irgendwo ein Farbtupfer zu sehen ist. Andererseits seien Monokulturen anfälliger als eine heterogene Baumgruppe, führt Filies aus: „Bei Befall oder bei hoher Trockenheit würde direkt ein ganzer Straßenzug ausfallen. Wenn stattdessen nur fünf Bäume ausfallen, kann man darauf viel besser reagieren.“

Baumpflanzungen
Auf den Parkflächen am nördlichen Boulevard wurde im Frühjahr eine bunte Mischung an Bäumen gepflanzt.

Klimaresistente Zukunftsbäume

 
Zerr-Eiche (Quercus cerris)
Amberbaum (Liquidambar styraciflua ‘Worplesdon‘)
Spitz-Ahorn (Acer platanoides ‘Royal Red‘)
Spitz-Ahorn (Acer platanoides 'Cleveland')
Pyramiden-Hainbuche (Carpinus betulus 'Fastigiata')
Purpur-Erle (Alnus × spaethii)
Kegel-Feldahorn (Acer campestre 'Elsrijk')
Thüringische Mehlbeere (Sorbus x thuringiaca ‘Fastigiata‘)
Zier-Apfel (Malus tschonoskii)
Baum-Felsenbirne (Amelanchier arborea ‘Robin Hill‘)

„Ein grünes Band zieht sich durch das Quartier.“ 

Bernd Filies gibt ungern Prognosen ab, da so vieles am Bau – vor allem bei Bodenarbeiten – vom Wetter abhängt. Bei Starkregen oder dauerhaftem Regen wie wir seit Oktober 2023 erlebt haben geht gar nichts. Und der Baustart für den Boulevard ist abhängig vom restlichen Baufortschritt. „2028 wollen wir mit allem fertig sein.“ In einer ersten Phase im März wurden am Essexweg und im Bereich des Parkplatzes am Wiltshireweg insgesamt 64 Bäume gepflanzt – ca. 500 folgen noch in den kommenden Jahren. „Natürlich müssen sich die neugepflanzten Bäume dann erstmal entwickeln, bis sie ihren vollen Charakter im Raum entfalten,“ sagt Filies voraus. „Im Sommer 2025 werden aber schon der große  Teile des Kasino- und Landschaftsparks sowie der Eichenhain so weit sein, dass man sagen kann: Es zieht sich ein grünes Band durch das Quartier.“ 

 

Der Spaziergang im Grünen geht weiter im Kasinopark.
 

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